Aufführung in der Parochialkirche Berlin

 


Lucyna Boguszewska

 


Erster Knabe: Renata Idziak
Zweiter Knabe: Katarzyna Tsebriy
Dritter Knabe: Malgorzata Kotek

 


Jürgen Otten (Vortrag)

 


Katarzyna Oles-Blacha

 


Live-Interview mit Josef Frakstein

 


Zuschauer und Akteure in der Parochialkirche

 


Pamina: Lucyna Boguszewska
Tamino: Dariusz Pietrzykowski
Papageno: Przemyslaw Rezner

POLISHED Mozart Zauberflöte

 

Eine Produktion der staatsbankberlin, 2004
In Kooperation mit der Opera Na Zamku Stettin
Realisiert aus Mittel des Senat Berlin und der StiftungKulturfonds

Idee und Inszenierung: Berthold Schneider
Musikalische Leitung: Warcistaw Kunc
Installation: Veronika Witte
Solisten, Chor und Orchester der Opera Na Zamku

 

Aufführungen
Freitag 15. Oktober 2004 und Samstag 16. Oktober 2004
Aufführungsort: Parochialkirche Berlin

 

Besetzung

staatsbankberlin
Idee und Inszenierung: Berthold Schneider
Installation: Veronika Witte
Videoteam in Stettin: Kornel Miglus, Elwira Niewiera
Dramaturgie: Thomas Fiedler
Vortrag von: Jürgen Otten
Live-Interviews: Jo Siska

Technische Leitung: Rainer Grönhagen, Pressearbeit: K3 Berlin - Heike Diehm, Video Schnitt: Ludmilla Korb-Mann, Ton: Daniel Dorsch, Video Technik: Immanuel Heidrich, Technik: Zolle, Organisation: Berthold Schneider, Sebastian Cantzler, Grafik: milchhof - Michael Rudolph


Opera Na Zamku Stettin

Musikalische Leitung: Warcislaw Kunc
Regie: Ryszard Karczykowski
Bühnenbild und Kostüme: Ryszard Kaja
Chordirektor: Pawel Osuchowski
Regie-Assistenz: Jakub Gwitt, Maske: Teresa Kruszczynska, Requisite: Danuta Kowalska, Inspizient: Maria Malinowska-Przybylowicz, Übertitel: Magda Gomula

Sarastro: Jozef Frakstein
Tamino: Dariusz Pietrzykowski
Erster Priester: Ireneusz Naguszewski
Zweiter Priester: Janusz Lewandowski
Königin der Nacht: Katarzyna Oles-Blacha
Pamina, ihre Tochter: Lucyna Boguszewska
Erste Dame: Agnieszka Mazur-Swider
Zweite Dame: Barbara Zarnowiecka
Dritte Dame: Ewa Filipowicz-Kosinska
Erster Knabe: Renata Idziak
Zweiter Knabe: Katarzyna Tsebriy
Dritter Knabe: Malgorzata Kotek
Papageno: Przemyslaw Rezner
Papagena: Kamila Kulakowska
Monostatos: Piotr Zgorzelski
Erster Geharnischter: Stefan Worozbicki
Zweiter Geharnischter: Adam Jelen

Chor, Ballett und Orchester der Opera Na Zamku Stettin

 

Konzeption

Berthold Schneiders und Veronika Wittes neueste Produktion "POLISHED Mozart Zauberflöte" ist ein Musiktheaterprojekt, das die klassische Opern-Aufführung in der Tradition des 19. und 20. Jahrhunderts mit Strategien zeitgenössischer Bildender Kunst verbindet. Eine in sich geschlossene Gesamtaufführung der Oper DIE ZAUBERFLÖTE von Wolfgang Amadeus Mozart durch die Städtische Oper Stettin wird zum Anlass einer interkulturellen Recherche über Lebensräume, Wahrnehmung und Musikrezeption. Das polnische "Gastspiel" wird zum Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit den Themen Identität, Kunst, Illusion und Ökonomie.

Ungewohnt ist vor allem die Präsentationsart, die Berthold Schneider und Veronika Witte für ihr Projekt wählen: Im Zentrum steht die komplette Aufführung der bereits bestehenden Inszenierung der Stettiner Opera Na Zamku (Oper im Schloß), mit Solisten und Chor in Kostümen, dem Bühnenbild, sowie dem Orchester. Diese Aufführung wird u.a. mit den Biographien und Lebenssituationen der Aufführenden konfrontiert, die durch Live-Aktionen und Videoprojektionen thematisiert werden. Gleichzeitig heben Schneider und Witte durch das Weglassen des Theaterraumes die überlieferte Trennung der Illusionswelt von der Realität auf: Die Oper wird wie ein Objekt in den Raum gestellt - Musiker, Sänger und Publikum befinden sich auf einer Ebene und sind nicht mehr durch Orchestergraben und Podien voneinander getrennt. Die Zuschauer können das Geschehen von allen Seiten einsehen. Man kann also gleichzeitig "hinter" und "auf" die Kulissen schauen - wodurch diese Begriffe aufgehoben werden. Die Illusion des Guckkastens wird relativiert und der Blick objektiviert. Übergangslos kann zwischen den verschiedenen Wahrnehmungsebenen gewechselt werden.

Bei "POLISHED Mozart Zauberflöte" wird das Publikum also zum bewussten Zeugen eines Vorgangs, der sich in jedem Opernhaus unbemerkt bei jeder Aufführung ereignet: Künstler, Administratoren und Techniker unterschiedlichster Herkunft kommen zusammen, um eine hermetische Illusion zu erzeugen, bei der die Biographien der Ausführenden so weit wie möglich ausgeblendet werden. "POLISHED Mozart Zauberflöte" hingegen thematisiert diese Biographien explizit. Eine ähnliche Technik der "Parallelinterviews" wurde von Berthold Schneider und Veronika Witte bereits bei der Inszenierung der Oper "Einstein on the Beach" (staatsbank, 2001) angewandt. Kann aus dem persönlichen Bild einer Auseinandersetzung mit Mozarts Musik das Bild eines größeren gesellschaftspolitischen Zusammenhangs entstehen? Was passiert, wenn die Musik ihre Funktion erweitert, indem sie nicht mehr nur die Opernhandlung illustriert, sondern in ein offenes Spannungsverhältnis zum Alltag der Musiker und Sänger tritt?

 

Mit freundlicher Unterstützung von:
Ev. Kirchengemeinde Marien
kunst in parochial
sowie Steve Coe