Elizabeth Wiles und Algirdas Drevinskas, Duett II. Akt

 


Algirdas Drevinskas, Opernchor

 


Sofia Fomina und Judith Braun

 


Guido Baehr, Arie II. Akt

 


Algirdas Drevinskas, Ensemble

 


Skall

 

Sakontala

Oper von Franz Schubert (Fragment)
Rekonstruierte Neufassung von Karl Aage Rasmussen
Szenische Uraufführung am Saarländischen Staatstheater am 27. März 2010
szenische skulptur in der Reihe <echtzeit>

 

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Kein anderer Mythos der Welt hat die Jahrtausende so unbeschadet überlebt, wie die indische „Mahabharata“ - bis heute bestimmt dieses große Epos Religion und Alltag des Subkontinents. Als Franz Schubert sich 1820 der Sakontala-Episode aus „Mahabharata“ annahm, wurde diese nicht nur von Goethe bewundert sondern in allen europäischen Salons diskutiert. Erzählt wird die Geschichte von der Liebe zwischen der halbgöttlichen Asketentochter Sakontala und dem mächtigen König Dschumanta. Durch einen Fluch erkennt der er Sakontala nicht als von ihm erwählte Braut wieder. Erst Heldentaten und das Wiederauffinden des Verlobungsringes können den Fluch lösen. Viele Motive dieser Handlung erscheinen uns gleichermaßen als Metaphern für das heutige Indien: Auch während des Aufschwungs dieser Nation zum ‘Global Player’ hat das Land nichts von seiner spirituellen Kraft und Attraktivität verloren. In der Inszenierung verschmelzen märchenhafte Elemente mit einem fasziniert heutigen Blick auf diese unergründliche Lebenswelt. Für die Aufführung der Oper als ‘szenische Skulptur’ hat die bildende Künstlerin Veronika Witte eine Installation entworfen, die den Theaterraum des SST neu erlebbar macht.

Dem dänischen Komponisten Karl Aage Rasmussen ist es auf bewundernswerte Weise gelungen Schuberts unvollendetes Manuskript zu einem aufführbaren Werk zu rekonstruieren. Dabei gelang es ihm, Momente schönster Schubert-Musik authentisch zu Leben zu verhelfen.

Insgesamt zehn Aufführungen im Großen Haus des Saarländischen Staatstheaters

 

Musikalische Leitung: Christophe Hellmann, Inszenierung: Berthold Schneider, Raum: Veronika Witte, Kostüme: Doey Lüthi, Choreinstudierung: Jaume Miranda, Videodesign: Henry Marek Hilge, Florian Penner

Mit: Elizabeth Wiles, Sofia Fomina, Judith Braun, Elena KochukovaAlgirdas Drevinskas, Hiroshi Matsui, Guido Baehr, Stefan Röttig, Timo Päch, Skall und dem Opernchor des Saarländischen Staatstheaters

 

 

Sakontala Raum

Raumansicht

 

 

Sakontala / Pressereaktionen

Am Saarländischen Staatstheater sorgte der rührige Operndirektor Berthold Schneider mit der Bühnen-Uraufführung der Oper "Sakontala" für Furore. (...) Es entsteht ein intensiver Resonanzraum, in dem sich alte Mythen und heutige Themen auf interessante Weise begegnen. Musikalisch ist dem Staatstheater eine Glanzleistung gelungen.
Die Deutsche Bühne

 

Angekündigt ist eine “szenische skulptur”, zu sehen ist viel mehr eine ebenso rätselhafte wie faszinierende Bebilderung denn eine konventionelle Opernregie. Der Abend hat Performance-Charakter. Die Bühne von Veronika Witte ist tief in den Zuschauerraum hineingezogen. (...) Eine Art Gesamtkunstwerk, das alle Möglichkeiten des Theaters ausnutzt. Das hat letztlich mehr mit uns als mit Indien zu tun. Vor allem aber erzählt es viel über Schubert.

Die Rheinpfalz

 

Die Balustraden des ersten und zweiten Ranges sind über die komplette Bühne zu einem Rund verlängert. Das schafft Amphitheater-Atmosphäre. Die Bühne ragt weit in die Zuschauerreihen, so dass sich Akteure und Publikum im gleichen Raum wiederfinden. Das Licht bleibt über weite Strecken an, die Türen stehen offen, Chor und Solisten bewegen sich teilweise duch den Saal. So entstehen spannende Irritationen, auch durch das trashige, überwiegend in Orangetönen gehaltene Bühnenbild, das an Markt- und Devotionalienlädchen in einem Armenviertel erinnert. “szenisch skulptur” nennen die Saarbrücker das, und es ist tatsächlich ein Kunstwerk für sich. Da würde man gerne sehen, wie sich das Duo Schneider/Witte an einem eher geeigneten Objekt reibt.
Die Opernwelt


Nominiert in der Kategorie “Uraufführung des Jahres” im Jahrbuch der Zeitschrift Die Opernwelt


Die Regiearbeit von Berthold Schneider zeichnete sich vor allem durch eine lebendig gestaltete Personenführung aus.

Das Opernglas

 

Einmal mehr erweist sich die Reihe <echtzeit> als der Geheimtipp für Freunde außergewöhnlicher Produktionen. Schneiders neu verfasste Dialoge haben Witz, der indische Plot wird entmythologisiert, die Traditionen der subkontinentalen Epik im Allgemeinen, der Theaterkunst im Besonderen subtil eingeflochten. Seine Aktualisierung des Mythos mit gesellschaftskritischem Schärfenblick. Die Antagonismen werden keineswegs bollywoodisiert.
Opernnetz